Sunday, August 26, 2007
Rückreise
Unser Flug ging um 0.20 am 25.08.07 von Lima aus. Eigentlich braucht man so ca. 1 Stunde mit dem Taxi zum Flughafen, die wir auch eingeplant haben. Unser Taxi jedoch war schon nach 20 Minuten am Ziel, und unter all den Rasern, die es in Peru gibt (und wir sind mit einigen mitgefahren) ist dieser Taxifahrer mit Abstand der größte. Da wird mal ohne Probleme in der Innenstadt die Gegenspur genutzt, um eine Schlange von Autos zu überholen. Es wird schon keiner entgegen kommen. Oder man eröffnet an der Ampel einfach links neben der Schlange eine weitere Spur, wo normale Autofahrer keinen Platz dafür sehen würden. Und das wir nur Millimeter an den anderen Autos vorbeifuhren war auch kein Grund, das Tempo zu reduzieren. Trotzdem gab es nicht einmal Blechschäden.
Am Flughafen haben wir dann als Wechselgeld beim Bezahlen der Flughafengebühr 1- und 5-Centimosstücke erhalten, mit denen man in Peru wohl kaum etwas kaufen kann - wir haben sie zumindest in unserem Aufenthalt nie vorher zu Gesicht bekommen, und manche Verkäufer verzichten schon darauf, 10 Centimo als Wechselgeld herauszugeben. All diese Geldstücke waren von 2007 und werden anscheinend nur für den Flughafen produziert...
Der Flug nach Atlanta verlief reibungsfrei. Leider ging das Leselicht auf meinem Platz nicht aus, und auch die Audioquelle für den Kopfhörer lies sich nicht steuern, so dass ich keinen Ton zum Film hatte. Als Entschädigung gabs einen Cocktail.
Am Flughafen in Atlanta, wo wir 10 Stunden Aufenthalt hatten, haben wir uns - wie immer - etwas Einheimisches zu Essen gekauft: Burger bei McDonalds. Nach den Verpackungsangaben haben wir mit dem Menü über 100% unseres Tagesfettbedarfs gedeckt ;-) So habe ich mich danach auch gefühlt!
Im Flugzeug nach Frankfurt ging auf meinem Platz diesmal zwar das Licht, aber leider hatte ich wieder kein Audiosignal. Zwischenzeitlich ist im ganzen Flugzeug der Ton ausgefallen, so dass das Audio-Videosystem neugestartet werden musste. Nicht gerade sehr vertrauenerweckend, vielleicht kann so was mit der Navigationselektronik auch passieren. Wird dann auch einfach mal kurz auf Sicht geflogen und neugestartet? Ist uns zumindest nicht widerfahren, und so sind wir um 10:00 Uhr in Frankfurt gesund und unverletzt nach Deutschland zurückgekehrt!
Thursday, August 23, 2007
Lima
Unsere Busfahrt nach Lima verlief planmäßig, nichts Berichtenswertes passiert.
24.08.07
Heute war Shopping angesagt. Dazu mussten wir unter anderem nach Miraflores auf einen Markt fahren, also in ein anderes Stadtviertel von Lima. Hinzus haben wir ein Taxi genommen, zurück hingegen sind wir mit dem Bus gefahren. Die Buslinien haben in Lima an der Außenwand die Straßen stehen, die sie entlang fahren. Wenn man also ins Zentrum will, muss man Busse mit Straßen suchen, die durchs Zentrum gehen. Da Lima nicht gerade klein ist, stellt dies keine leichte Aufgabe dar. Zum Glück gibt es aber noch den Kontrolleur, der aus der halboffenen Bustüre einem die wichtigsten Straßen zuruft. Und beim Einsteigen kann man sich bei ihm versichern, dass der Bus auch dorthin fährt, wo man hinwill.
Abends wollten wir noch ins Kino, allerdings in einen Film OmU. Beim ersten Kino wollte uns die Kassiererin keine Karte verkaufen, im zweiten lief der Film nur auf Spanisch. So haben wir aufs Kino verzichtet, obwohl es nur 4 bzw. 5.50 Soles (1 bzw. 1,40 Euro) gekostet hätte.
Wednesday, August 22, 2007
Huaraz
Mit dem 4:00 Uhr Bus sind wir in Huaraz angekommen - allerdings tiefgefroren, denn es ist hier morgens so kalt, dass an den Scheiben des Busses das kondensierte Wasser zu Eis wurde. Und über eine funktionstüchtige Heizung verfügte der Bus nicht.
Nach dem Check-in in einem Hotel sind wir mit dem Colectivo zu Pitek gefahren, den geplanten Ausgangspunkt unserer Wanderung zu einer Gletscher-Lagune. In dem Colectivo waren noch einige Peruanerinnen, die sich auf Cetchua unterhalten haben und es ganz offensichtlich sehr interessant fanden, dass ein paar Gringos mitfuhren (Gringos sind eigentlich die US-Amerikaner, aber viele Peruaner bezeichnen alle Ausländer so).
Leider fuhr das Colectivo dann doch nicht bis Pitek, so dass unsere Wanderung um einen einstündigen Aufstieg ergänzt wurde. Von Pitek aus gings dann noch einmal 2 Stunden hinauf zur Lagune, und dieser Weg führte über Passagen, die nicht ohne Klettern bewältigt werden konnten. Die Lagune befindet sich auf ca. 4500 m Höhe; und hier merkt man doch deutlich, wie dünn die Luft ist. Jeder Schritt ist anstrengend, man kommt auch bei leichten Steigungen schnell außer Atem. Und trotz blauem Himmel und strahlender Sonne ist es nicht wirklich heiss, weshalb auch leicht unbemerkt bleibt, dass die Sonne einem die Haut verbrennt.
Hinab gings wieder zügig. Da jedoch kein Colectivo an der Kreuzung, an der wir unsere Wanderung begonnen hatten, auftauchte, beschlossen wir, noch weiter in Richtung Huaraz zu laufen und an einer befahreneren Straße auf ein Colectivo zu warten. Und so endete unsere letzte Wanderung in Peru. Schade, dass wir hier nicht mehr Zeit verbringen können, denn das Gebiet wäre wirklich noch ein paar Ausflüge Wert gewesen.
Tuesday, August 21, 2007
Huallaco???
Unser Ziel: Huaraz, eine Stadt mitten in den Bergen. Hier kann man angeblich prima Wandern. Aufgestanden wird um 5:30 Uhr, doch los geht es erst um 7:00 Uhr mit dem ersten Bus, da keines der Sammeltaxen voll wurde.
Dieser Bus toppt alles: Er sieht von außen so alt und klapprig aus, wie er innen dann auch ist. Beinfreiheit? Fehlanzeige. So geht es nun 7 h 30 min über nicht asphaltierte Wege Serpentinen hoch und runter, und natürlich verlangt die Frau neben uns als erstes nach einer Kotztüte. Egal, wir kommen trotzdem guter Dinge in La Union an. Dort, so sagte uns zumindest die Haushälterin von Bianca, fahren Sammeltaxen nach Huaraz. Stimmt leider nicht! Und ein Bus fährt auch nur morgens. Also versuchen wir unser Glück im Nachbardorf (Huallaco oder so ähnlich, auf jeden Fall ein kleines Nest). Der Weg dorthin wird von Bauarbeitern blockiert, die uns wieder einmal über eine halbe Stunde festhalten. Und jetzt sitzen wir für heute in Huallaco fest, denn auch hier gibt es keine Sammeltaxen oder Busse. Also ins nächstbeste Hotel, und dort haben wir nach dem klapprigsten Bus auch das schlechteste Zimmer unserer Reise gefunden. Morgen um 4:00 Uhr geht es weiter, hoffentlich!
Hausberg Huanuco
Nachdem wir viel zu lange geschlafen haben, besteigen wir in der Mittagshitze den Hausberg Huanucos. Erst geht es durch ein sehr armes Stadtviertel, das am Fuß des Berges liegt, auf Treppenstufen nach oben. In dem Strassengewirr verlieren wir den Weg und es geht quer-Feld-ein weiter, bis wir schließlich wieder auf einen Weg stoßen. Der Aufstieg dauert 1 h 45 min; eine Zeit, die sich sehen lassen kann. Und weils oben nicht so spannend ist, gehen wir bald wieder nach unten. Hier war der Weg das Ziel.
Abends nimmt uns Bianca mit zu ihrem Büro. Hier begrüßen wir alle ihre Kolleginnen (Küsschen) und Kollegen (Handschlag). Da dies nicht gerade wenige waren, entspannen wir anschließend bei einer DVD. Endlich mal wieder ein guter Film (Runnaway Jury)!
Recreo und Geburtstagsparty
In Peru gibt es eine wunderbare Sache zum entspannen: Recreos. Unseres liegt am Stadtrand von Huanuco in einem Stadtviertel, in dem man eigentlich nichts außer einfachen Hütten erwartet. Doch durchschreitet man das Eingangstor des Recreo, so ist man plötzlich in einer anderen Welt: Statt Staub, Dreck und Teer sieht man grünen Rasen, einen Pool mit einer Rutsche, kleine Pavillons, in denen Essen serviert wird, Billardtische und Kickerspiele, ...
Einfach wunderbar zum ausspannen, und Bianca bestellt uns drei Spezialitäten der Region:
Pachamanca (Fleisch aus der Erde, geschmort), Cecina (am besten mit Kassler zu vergleichen) und Cuz frito (Fritiertes Meerschwein). Dazu gibt es Chicha, eine Art Limo aus Mais.
Auf dem Rückweg in die Stadt treffen wir einen Bekannten von Bianca, der uns schon am Morgen zum Hahnenkampf eingeladen hat. Jetzt gibt es erst einmal kein Entkommen, er nimmt uns direkt mit zur Arena. Dort zeigt er uns seinen Stolz, ein Dutzend Hähne. Da der Kampf erst abends beginnt, verlassen wir das Gelände, nicht ohne für den Abend zu zusagen. Allerdings haben wir schon anderes vor, aber so ist das in Peru: Eine Zusage ist nicht wirklich verbindlich!
Abends gehen wir auf einen Kindergeburtstag. Im vorderen Bereich des Hauses feiern die kleinen den 5. Geburtstag, wir werden direkt zum hinteren Bereich durchgewunken und trinken mit den Eltern und anderen erwachsenen Gästen Bier auf die peruanische Art: Es gibt nur ein Glas und eine große Flasche Bier. Man schenkt sich ein und gibt die Flasche im Kreis weiter. Nun trinkt man das Glas leer (meist auf ex) und gibt das Glas zu demjenigen, der vorher die Flasche bekommen hat. Dieser schenkt sich ein, gibt die Flasche weiter, leert das Glas, usw.
Frauen bekommen die Flasche nie in die Hand, sondern erhalten ein Glas Bier von den Männern eingeschenkt. Ist die Flasche leer, so wird sofort eine neue aufgemacht!
In kleinen Gruppen hat dieses Ritual zur Folge, dass sehr schnell alle voll sind. Zum Glück können wir uns um 24:00 Uhr endlich absetzen ;-)
Sunday, August 19, 2007
Tingo Maria
Heute sind wir mit einem Art Sammeltaxi nach Tingo Maria im Dschungel gefahren. Diese Taxen fahren erst los, sobald sie komplett besetzt sind; da kann es auch mal vorkommen, dass man ein, zwei Stunden auf die Abfahrt wartet. Wir hatten jedoch Glück und mussten nicht warten. Erstaunlicher Weise hatten wir dann auch noch einen Fahrer, der keine gefährlichen Uberholmanöver absolvierte, und trotzdem kamen wir nach bereits 2 Stunden an.
Hier wollten wir nun eine Tropfsteinhöhle im Nationalpark besuchen, und nach mehreren Anfragen brachte uns ein Mototaxi an den Eingang. Seltsamer Weise wurde keine Gebühr erhoben, außerdem trafen wir nur auf Anwohner und keine anderen Touristen. Nach und nach wurde der Weg immer schmaler, aber die Anwohner schickten uns auf Nachfrage immer tiefer in den Dschungel. Irgendwann kamen wir auch an einem "Loch" an, bei dem es schwer fällt, es als Tropfsteinhöhle auszumachen. Drinnen gab es auch ein paar Fledermäuse, aber von dem Fettschwalm, einer Eulenart die sich von Früchten ernährt und auch wie die Fledermäuse Schall zur Orientierung nutzt, war weit und breit nichts zu sehen.
Dominik fand schließlich durch einen Blick in den Reiseführer heraus, dass wir völlig falsch waren. Jetzt wurde die Zeit knapp, deshalb gings schnell zur Strasse zurück. Dort mit dem nächstbesten Mototaxi zurück nach Tingo Maria, umsteigen und dann mit einem anderen Mototaxi zum Eingang zum Nationalpark. Hier durften wir dann auch 5 Soles Eintritt bezahlen und gelangten zur besagter Tropfsteinhöhle. Drinnen war ein unglaublicher Vogellärm und Flugbetrieb. Allerdings konnten wir nur die Umrisse des Fettschwalms erkennen (zumindest vermuten wir das). Auf jeden Fall hatte sich der Weg gelohnt.
Der Rest des Tages bestand auf Ruckweg nach Tingo Maria und Huanocu, und dort aus einem gemütlichen Abendessen (Lasagne).
Huanuco
Nach einem Frühstück am Plaza de Armas mussten wir uns noch mal hinlegen - die 20-Stundenfahrt war schuld. Mittags sind wir zum Kotosh-Tempel rausgefahren (ein paar km von Huanuco entfernt).
Das erste Mototaxi ist am Stadtausgang liegengeblieben, da es den Schotterweg nicht fahren konnte. Dort stiegen wir in ein Autotaxi, das wiederum einen Kilometer später an einer Baustelle hängengeblieben ist. Also sind wir den Rest zu Fuß gegangen. Der Tempel war nicht sonderlich sehenswert, im wesentlichen besteht er aus ein paar Replikas gekreuzter Hände und ein paar wieder aufgebauter Mauern. Da war der Rückweg bald aufregender, den wir zu Fuß absolvieren wollten. Ein freundlicher Peruaner nahm uns jedoch in seinem Auto mit, in dem wir dann über eine halbe Stunde an bereits erwähnter Baustelle warten durften. Nach so viel Abenteuer haben wir den Tag in Ruhe mit Bianca ausklingen lassen.
Friday, August 17, 2007
Megastau
Unser Plan war von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr mit dem Bus nach Haunuco zu fahren. Die Strecke geht über mehrere Pässe (über 4000 m) und daher bracht man für die 400 km eben so lange. Mindestens!
Erst kam der Bus zu spät und wir sind 1 Stunde später abgefahren. Also haben wir gleich mal Bianca Bescheid gegeben, dass wir wohl eher gegen 19:oo Uhr bei ihr sind. Dann gings mit dem Bus los, und am Fuß des Berges begann dann der Stau und der hatte einfach kein Ende. Mit 14 Stunden Verspätung kamen wir dann doch noch in Huanuco bei Bianca an, die sich natürlich schon sorgen gemacht hatte!
Hätten wir doch lieber den teureren Flug genommen ...
Wednesday, August 15, 2007
Zwischenstopp Lima
Nach einem guten Frühstück gings mit einem Mototaxi (kleine, dreirädrige Taxen) zum Busterminal und von dort aus nach Lima. Dort ist das Wetter wie immer: bewölkt und kühl. Auf Empfehlung der Deutschen, die wir in Ica getroffen haben, sind wir im Hotel España untergekommen. Sieht sehr gemütlich aus, ist ein beliebter Travellertreff. Morgen gehts dann nach Huanuco zu Bianca.
PS: Wir haben hier gerade ein größeres und zwei kleinere Erdbeben er- und überlebt. Uns gehts immer noch gut.
Monday, August 13, 2007
Ica
Endlich mal wieder ausschalfen. Und ohne Eile zum Kreisel, wo halbstündig Busse nach Ica fahren. Um 12.15 Uhr geht es dann los und direkt von Inca aus per Taxi zur 5 km entfernten Oase mitten im Sand. Hier bekommen wir ein preiswertes Doppelzimmer (30 Soles, ca. 7,50 Euro) in dem Dorf, das früher einmal Spielwiese der high society war. Inzwischen tummeln sich hier Rucksackreisende, und nur teilweise offenbaren die Gebäude, dass das Dorf mal bessere Zeiten erlebt hat.
Uns egal, wir wollen nur in die Dünen und daher mieten wir uns jeweils ein Sandboard für die Abfahrt. Der Aufstieg im Sand ist extrem mühsam, da man mit jedem Schritt wieder nach unten sinkt. Völlig ausgepowert erreichen wir schließlich den Gipfel, von dem aus man einen faszinierenden Ausblick hat: In die eine Richtung Ica und dahinter die Steinwüste, in die andere die endlose Sandwüste und im Tal natürlich die Oase mit einer kleinen Lagune.
Nun wagen wir uns an die Abfahrt, obwohl wir beide nicht Snwoboarden können. Es zeigt sich auch bald, dass im Stehen die Angelegenheit auch aufgrund des Materialzustand zu gefährlich ist, und so gehen wir zum Sitzen über. Dabei erreichen wir ein gutes Abfahrtstempo, allerdings spürt man jede Bodenwelle am Po! Und die meiste Zeit sind wir am Hochlaufen, macht aber trotzdem Spass. Nach dem Sonnenuntergang noch eine letzte Abfahrt, morgen gehts wahrscheinlich weiter!
Genauso wars, wir haben zwei Dünen in die eine Richtung eine brennende Mülldeponie entdeckt, und eine Düne in die entgegengesetzte Richtung ein Dorf mitten in der Wüste. Die Einwohner haben uns erzählt, dass sie vor 8 Jahren sich dort niedergelassen haben, da eine Überschwemmung ihre Wohnungen in Ica zerstört hatte. Abends haben wir dann noch die happy hour zweier Bars ausgenutzt und ein paar andere Rucksackreisende getroffen (aus Belgien und aus Deutschland).
Sunday, August 12, 2007
Nazca
Nachtfahrten im Bus sind nichts für mich. Man kann die Sitze zwar ziemlich weit nach hinten klappen, aber von einem flachen Bett ist das Erhaltene trotzdem noch weit entfernt. Und diesmal hatte wir nicht das billigste gebucht, sondern einen Bus "semi cama". Da gibts dann auch einen Bord-Steward, der sich rührend um einen kümmert. Weiterhin wird auch Essen serviert (im Fahrpreis enthalten), was weitere Halte unnötig macht.
Aber mit Schlafen lief trotzdem nicht viel. Nicht nur die Liegeposition war störend, der Streckenverlauf tat sein übriges. Es ging wiedermal über Pässe, und teilweise waren die Straßen nicht asphaltiert. Bei diesem Geschaukel fällt der Kopf von links nach rechts, es sei denn, man bindet ihn fest. Dementsprechend müde kam ich dann auch in Nazca an, während es Dominik anscheinend deutlich besser gegangen war.
Da die beste Zeit zum Überfliegen der Nazca-Linien morgens sein soll, beschlossen wir, erst einmal in einem Hostal einzuchecken. Abschließend suchten wir nach einer günstigen Agentur, da wir nicht 60$ für den Flug zahlen wollten. Die Suche war jedoch erfolglos, also versuchten wir direkt am Flughafen zu buchen. Kaum angekommen, erhielten wir einen Flug für 50$ - sofort anzutreten. Das Wetter passte, also sagten wir - gegen die Ratschläge unserer Reiseführer - zu.
Mit einem 6-Sitzer gings in die Luft, und ich durfte sogar Co-Pilot spielen. Perfekte Sicht in eigentlich alle Richtungen, und so kreisten wir 30 Minuten über den verschiedenen Figuren, die die Nazca-Indianer in die Wüste gezeichnet hatten. Es war ein aufregendes Erlebnis, und trotz der ewigen Richtungs- und Höhenänderungen musste keiner von den vorhanden Tüten Gebrauch machen. Gut war jedoch, dass wir noch kein Mittagessen zu uns genommen hatten!
Zurück auf dem Boden holten wir dies erst einmal nach, bevor wir zu einem Aussichtsturm fuhren, von dem man die Linien auch vom Boden aus sehen kann (kein Vergleich zum Flug). Vom Nahen fragt man sich jedoch, ob die Linien nicht beim nächsten Regen verschwunden sind. Oder ob sie nicht von Zeit zu Zeit nachgezogen werden. Sollte jedoch unwahrscheinlich sein, denn schließlich sind diese Figuren Weltkulturerbe.
Jetzt kommt wieder unser abendliches chill-out Programm, und morgen gehts dann in die Dünen bei Ica. Bis dann!
PS: Haben uns am Abend noch einen Hahnenkampf angeschaut. Gewöhnungsbedürfigt, auf jeden Fall blutig.
Saturday, August 11, 2007
Zurück nach Cusco
Wieder mussten wir um 5:00 Uhr raus, um den Zug zurück nach Ollantayambo zu nehmen. Von dort gings diesmal mit einem Bus direkt nach Cusco. Hier buchten wir die Weiterfahrt nach Nazca, dass wir morgen erreichen werden.
Die Zeit bis zur Abfahrt lassen wir es entspannt zugehen (Essen, Internet, Bummeln, ....)
Machu Picchu
Da wir eine der ersten sein wollten, gings mit dem 5:30 Uhr Bus von Machu Picchu Pueblo nach Machu Picchu. Nach einer Weile anstehen betraten wir die Anlage, die
- gut erhalten bzw. restauriert
- sehr groß
- überlaufen
ist. Es blieb jedoch erst einmal nur ein kurzer Blick darauf, denn dann hieß es schon wieder Anstehen für die Besteigung eines Berges in Nähe der Anlage (begrenzt auf 400 Personen pro Tag). Dieser Aufstieg war sehr schön und von oben hatten wir perfekten Blick auf die Anlage der Inkas. Danach kann man, wenn man will, einen längeren Rückweg nehmen und dabei noch den Mondtempel besichtigen. Das konnten wir unmöglich auslassen, allerdings muss ich anmerken, dass der Weg durch den Dschungel für mich interessanter war, als der recht kleine und schlichte Tempel.
Kurz vor Rückkehr zur eigentlichen Stadt Machu Picchu geht eine weiterer Weg ab, der zu Terrassen, die von den Inkas angelegt wurden, führt. Geht man hinter dem "retorno" Schild weiter, so wird man nach einem kurzen Aufstieg auf einen weiteren Berg mit dem meiner Meinung nach besten Blich auf Machu Picchu belohnt!
Nun endlich liefen wir alle Ecken und Enden der Anlage ab, die einen guten Einblick in die Art und Weise gibt, wie die Inka lebten. Allerdings sind wirklich überall Leute, und manchmal bilden sich Staus, wenn es durch engere Wege geht.
Nun musste noch eine Inkabrücke bestaunt werden, aber Dominiks Schuh hatte andere Pläne und gab den Geist auf (die Sohle fiel ab). Daher musste ich die Brücke alleine anschauen, während Dominik mit dem Bus zum Hotel zurückkehrte. Ich unternahm noch einen Ausflug auf einen weiteren Berg, zum Sonnentor und ging einen Teil des Inkatrails in Umgekehrte Richtung. Abschließend lief ich zum Hotel zurück und beendete so eine ausgiebige Wanderung. Insgesamt war der Preis, der aufgebracht werden musste, um nach und in Machu Picchu zu kommen, in Ordnung. Doch nur für die Anlage - und das ist das einzige, was die meisten sich anschauen - sind die Kosten recht haarig.
Fahrt nach Machu Picchu Pueblo
Der Tag begann mit einer Besichtigung der Kirche am Plaza de Arma, die von den Jesuiten gebaut wurde. Sie ist nicht ganz so groß wie die Kathedrale, aber auch sehr sehenswert. Besonders gut hat mir gefallen, dass wir auch die Sakristei besichtigen einen Teil des Weges zur Spitze des Kirchturms gehen konnten. Von dort oben hat man eine prima Sicht auf den Plaza.
Anschließend sind wir mit dem Bus nach Ollantayambo und von dort mit dem Colectivo nach Urubamba. Hier hat sich dann leider gezeigt, dass wir in Cusco das Bileto Turistico hätten kaufen sollen, da wir ohne dies nicht die Festungsanlage der Inka besichtigen konnten. Also liessen wir dieses Gebäude aus und bestiegen stattdessen einen Berg auf der anderen Seite der Stadt. Hier gab es auch Ruinen, die momentan durch Arbeiter restauriert wurden. Und der Blick von oben herunter war hervorragend, und das alles für umsonst!
Schließlich bestiegen wir den Zug nach Machu Picchu Pueblo, der besonders durch häufigen totalen Lichtausfall auffiel. Unser reserviertes Hotelzimmer war natürlich nicht mehr vorhanden, sondern nur noch ein teureres. Genervt von so billigen Abzocktricks haben wir uns ein anderes Hotel gesucht, dessen Zimmer sogar über Bad verfügte und preiswert war.
Fazit: Reservieren bringt uns nichts: 2 mal reserviert, jedesmal nicht verfügbar!
Wednesday, August 8, 2007
Cusco
Heute haben wir uns Cusco angeschaut, die ehemalige Hauptstadt des Inkareiches. Von den originalen Bauwerken ist nicht mehr viel übrig, da haben die Spanier ganze Arbeit geleistet. Allerdings finden sich in der Stadt noch ein paar Beispiele für die handwerklichen Fertigkeiten der Inkas, so zum Beispiel ein paar Mauerreste. Interessant ist dabei, dass die Inkas keinen Mörtel verwendet haben, sondern die Steine passend geschliffen haben. Durch die teilweise enorme Größe der Steine waren die Bauwerke enorm stabil und außerhalb von Cusco findet man Anlagen, denen selbst Erdbeben nichts anhaben konnten (Was man von den Bauten der Kolonialzeit nicht gerade behaupten kann.).
Insgesamt haben wir uns vier Festungsanlagen der Inkas in der nähereren Umgebung Cuscos sowie die beeindruckende Kathedrale Cuscos angeschaut. Diese wiederum wurde aus Steinen der Festungsanlagen erstellt, die dementsprechend unvollständig sind.
Eins muss ich der Fairness halber noch erwähnen: Die Spanier haben nicht einfach alle Gebäude der Inka geschliffen, sondern damit auch wieder hübsche neue gebaut. Sie waren wohl einfach zu überzeugt von der Überlegenheit ihren Kultur, dass sie es nicht für nötig hielten, etwas von dem bereits Vorhandenen zu erhalten. Cusco ist trotzdem wunderschön, mit alten Bauten und engen einspurigen Gassen.
Heute habe ich mir mal den "Luxus" gegönnt, in einem Touri-Lokal Pizza zu essen (Vier Jahreszeiten, ein Viertel war mit Annanas und Banane belegt). Außerdem haben wir uns ein, zwei Cuba Libre gegönnt, die hier auch 6 kosten, allerdings Soles (also nicht mal 1,50 Euro). Gutes Ende für einen anstrengenden Tag.
Tuesday, August 7, 2007
Krank
Ich bin etwas krank. Um mich zu erholen und fit für das Highlight Machupicchu zu sein, mache ich einen Tag auf faul und bleibe im Bett liegen. Dominik versorgt mich mit dem Nötigsten und managet unsere nächsten Termine. Es geht doch nichts über gute Reisebegleiter ;-)
Zugfahrt nach Cusco
Es gibt nicht viele Zugstrecken in Peru. Eine davon ist von Puno nach Cusco. Und da wir des Busfahrens überdrüssig sind, nehmen wir den 8:00 Uhr Zug. Das Tempo des Zuges ist nicht rekordverdächtig, aber die Aussicht und die Bein- und Bewegungsfreiheit schlagen jeden Bus. Und so bummeln wir bis 6:00 Uhr mit unserem Zug über einen 4000 m hohen Pass nach Cusco, wo wir uns in einem Hostel am Bergrand der Stadt niederlassen.
Titicaca-See
Es ist nicht der höchstgelegen See, auch nicht der höchstgelegen schiffbare See, wie oft behauptet wird. Trotzdem ist der Titicaca-See durch seine Lage und Größe beeindruckend. Wir fahren mit einem Colectivo - einem Sammeltaxi auf dem See - zu Indianern, die auf Schilfinseln leben. Hier haben wir einen kurzen Aufenthalt, und entgegen aller Warnungen, ist das ganze nicht so touristisch wie befürchtet. Anschliessend fahren wir zu einer "echten" Insel (Taquile). Hier ist gerade eine Fiesta im Gange. Das ganze erinnert an Kirmes (Tanzen, danach erst mal saufen, dann wieder tanzen). Danach gehts wieder mit dem Colectivo zurück.
Kondor
Um 3.30 Uhr klingelt der Wecker. Was tut man nicht alles, um diese Vögel zu sehen. Als wir den Cañon erreichen, geht die Sonne gerade auf. Es ist sehr kalt, zum Glück haben wir unsere Schlafsäcke dabei. Erst passiert nichts, aber bald zeigt sich: Das Warten hat sich gelohnt. Mehrere Kondore segeln vom Tal nach oben in Richtung unseres Aussichtspunkt. Diese Vögel sind wirklich perfekte Segler, sie schaffen es innerhalb kürzester Zeit zu uns heraufzugleiten, ohne dass sie nur einmal mit dem Flügel schlagen müssten. Ein Kondor gleitet direkt über uns hinweg, fantastisch!
Um 10:00 Uhr ist das Spektakel vorbei, wir nehmen den Bus zurück. Und wieder heisst es wie auf der Hinfahrt stehen. Auch bei unserer Weiterfahrt nach Puno müssen erhalten wir keinen Sitzplatz. Ein Stück des Weges dürfen wir jedoch nach vorne zum Fahrer. Hier sind allerdings starke Nerven gefragt - die fahren wie die Henker!
Puno erreichen wir am Abend, so dass wir den Titicaca-See erst morgen erblicken werden.
Friday, August 3, 2007
Chivay
Wieder beginnen wir den Tag mit einem Frühstück am Plaza. Leider können wir nicht gemeinsam wie ursprünglich geplant zum Cañon del Colca fahren, da die Schwestern von Bianca bereits morgen wieder nach Hause fliegen. Und für eine Eintagestour ist es inzwischen zu spät. Also heißt es schon wieder Abschied nehmen. Wir treffen noch einmal in unserem Hostel und und werden anschließend sogar bis zum Busbahnhof begleitet. Sehr nett :)
Die Reise nach Chivay, von wo aus unsere Tour morgen früh losgeht, geht durch steinige Bergwelten über hohe Pässe und ist sehenswert. Aber momentan gibt es hier nichts Grünes, und ich bin froh, dass unsere Rhön das genaue Gegenteil davon ist. Eine Gemeinsamkeit gibt es jedoch: Die Lamas. In der Röhn gibts zwar nur eine handvoll, hier hingegen sieht man diese Tiere überall. Aus dem Bus erinnern sie an Schafe mit einem langen Kopf.
Bereits nach 3 Stunden fahrt erreichen wir unser Ziel, viel früher als gedacht. Und in diesem Dorf gibt es nicht viel zu sehen. Es hat keine geteerten Straßen und einige Häuser stehen leer und sind zum Verkauf angeboten. Verständlich!
Da wir morgen um 4:30 Uhr am Busterminal sein müssen, Essen wir noch etwas, surfen in einem Internetcafe mit superschlechter Anbindung und gehen anschließend ins Bett. Inzwischen ist es hier bewölkt. Hoffentlich regnet es morgen nicht, denn sonst haben wir kaum eine Chance, einen Kondor zu sehen.
Bianca und ihre Schwestern
Wie unserer Reiseführer vorgeschlagen hat, haben wir den Tag mit einem Frühstück am Balkon eines der Restaurants am Plaza de Armas begonnen (dort gibts eine prima chocolate). Von dort aus hat man einen sehr guten Überblick über das Treiben auf dem Platz, der rundum mit Autos befahren werden kann. Hin und wieder hält ein Auto an und einige Peruaner strömen dorthin. Vermutlich werden dort Tagelöhner angeworben, hin und wieder steigen welche ein und fahren mit weg.
Nach dem Frühstück telefonieren wir zum hundertsten Mal mit Heinz und Diana, die Bianca mit ihren Schwestern aufgenommen haben. Gestern hat es mit einem Treffen nicht geklappt, da ihr Bus eine Panne hatte und sie erst in der Nacht eingetroffen sind. Diesmal jedoch haben wir Bianca am Apparat und verabreden uns am Plaza. Und tatsächlich, es klappt! Gemeinsam schlappen wir zu unserem Hostel und geniessen die Sonne auf unserer Dachterrasse. Danach verbringen wir einen grossen Teil des Tages mit Essen bei Heinz und Diana, die uns freundlicher Weise eingeladen haben. Sie wohnen mit ihren Kindern und einem fast blinden Hund in einem hübschen Haus in der Nähe des Zentrums. Heinz führt uns durch wunderschöne Strassen und Plätze von Arequipa, und er berichtet von der Art und Weise, wie hier Teile des Weltkulturerbes verloren gehen, da anscheinend niemand sich richtig für den Erhalt dieser verantwortlich fühlt. Schade!
Zwischenzeitlich gehen wir noch mal zu unser Dachterrasse, um uns ein Bierchen zu gönnen. Dabei merken wir, wie schnell es hier im Winter kalt wird, sobald die Sonne untergeht. Und auch tagsüber ist es im Schatten kühl, während man in der Sonne schwitzt und aufpassen muss, dass man sich keinen Sonnenstich holt.
Wednesday, August 1, 2007
Arequipa
Hier fühle ich mich doch gleich viel wohler (Und Dominik auch, wie man an dem Bild nebenan sehen kann)! Die Stadt hat wunderbare Kolonialbauten und ist auch nicht so stickig wie Lima. Und unsere Hostel La Reyna liegt mitten in der Stadt, hat eine Dachterrasse von der man auf das Monasterio de Santa Catalina blicken kann. Und den Vulkan El Misti sieht man natürlich von dort oben auch.Aber um hierher zu kommen, mussten wir eine 16-stündige Busfahrt auf uns nehmen. Der Bus hatte keine Toilette, und wir haben auch nur selten angehalten, um Essen oder Getränke zu kaufen. Aber ansonsten war die Fahrt ok, die Sitze halbwegs bequem und wir mussten nur zwei Filme über uns ergehen lassen
Lima
Im Reiseführer steht, dass es in Lima selten regnet, aber der Himmel fast immer bewölkt ist. War auch heute so, und Lima ist dazu noch groß, laut und hektisch. Gefällt mir nicht sonderlich. Aber die Führung durch das Kloster Monasterio de San Francisco und seine Katakomben war sehenswert. Ein kleines Kind hat unsere Führerin nach dem Ausgang gefragt und gemeint, dass es keine Knochen mehr sehen will. Das war jedoch kaum möglich, denn Knochen gab es dort wirklich überall.
Tuesday, July 31, 2007
Anreise
Um 4.30 Uhr aufstehen und mit dem Zug zum Flughafen Frankfurt/Main. Dominik habe ich wie geplant getroffen und auch der Flug verlief problemlos. Allerdings waren die Filme kaum zu ertragen. Ein Beispiel für sinnlose Plots gefällig? Zwei Eiskunstläufer werden auf Lebzeit bei Olympischen Spielen für ihre Disziplin gesperrt, da sie sich bei der Verleihung der Goldmedallie geprügelt haben. Jetzt treten sie im Paarlaufen an: Als erstes Männerpaar, zusammen ...
Nach stundenlanger Filmfolter kommen wir gegen 24.00 Uhr Ortszeit (GEZ-7h im Sommer) noch lebend in Lima an. Dort nehmen wir ein Taxi zum Hostel Inkawasi, wo wir ein Doppelzimmer vorgebucht hatte. Das war jedoch vergeben worden, weil der neue Tag schon begonnen hat. Und das, obwohl wir Bescheid gegeben haben, dass wir erst sehr spät ankommen werden. Zum Glück gab es noch 2 Betten im Gemeinschaftschlafzimmer. Total erschöpft sind wir sofort eingeschlafen.
Saturday, July 28, 2007
Warum gibts diesen Blog?
Schon wieder ein Blog, den doch eigentlich (fast) keiner benötigt oder lesen will? Genau! Warum mache ich mir dann also die Mühe?
Ich habe es mir angewöhnt, auf meinen Reisen ein kleines Tagebuch zu führen - nur für mich, damit ich später nachlesen kann, was ich erlebt habe. Denn manchmal vergisst man doch die ein oder andere Geschichte, die man erlebt hat. Und an die genaue Reiserute kann ich mich schon Wochen nach der Rückkehr nicht mehr 100%-ig erinnern. Bisher habe ich meine Notizen handschriftlich geführt, aber dieses Mal möchte ich sie in elektronischer Form abspeichern. Und deswegen ist es kein Problem, mein kleines Tagebuch auch anderen zukommen zu lassen.
Wenn du mich kennst und wissen möchtest, was ich so auf meinen Reisen erlebt habe, könnte der Blog für dich interessant sein. Solltest du hingegen zufällig hier gelandet sein und hast keine Ahnung, wer ich denn bin, so ist es eher unwahrscheinlich, dass du hier etwas für dich Interessantes finden wirst. Aber natürlich bist auch du hier willkommen!
Viel Spaß bei Lesen und Anschauen!
Christian