Friday, October 31, 2008

Esfahan

30.-31.10.2008

Esfahan hat mehrere Namen: So wird es auch die "Perle des Iran" genannt, oder vom französischen Dichter Renier als die Hälfte der Welt bezeichnet (16. Jhd) – schnell wird einem spätestens bei Besichtigen der Stadt klar, dass ein Besuch dieser Stadt einen Höhepunkt eines Iranaufenthalts ist.
Wir haben uns auf den Weg gemacht, die schönsten Stellen der Stadt zu erkunden. Unser langer Fußmarsch führte uns durch Basare, in Moscheen und Paläste, über Plätze und Brücken. Und unsere hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht – solange wir uns auf den ausgewählten Wegen befanden. Auch Esfahans Stadtzentrum hat unspektakuläre, ja sogar hässliche Seiten, die wir meist dann zu Gesicht bekamen, wenn wir mal wieder vom geplanten Weg abkamen (Was hilft einem ein Straßenname, wenn die Beschielderung ausschließlich arabische Schriftzeichen verwendet?). Aber auch wir sind überzeugt: Diese Stadt ist ein Muss für jeden, der den Iran besucht!
Ein paar Bilder von den zahlreichen schönen Flecken der Stadt:

Diese beiden Herren findet man wahrscheinlich in jeder Stadt an mindestens einer Hauswand.


Zwei Bilder aufgenommen in der Jameh-Moschee




Die Imam-Moschee (aufgenommen vom Innenhof, Aufnahmen des Eingangsbereichs und der Kuppel)

Chehel-Sotun-Palast


Sheikh-Lotfallah-Moschee


Decke eines Eingangsbereich eines Hauses in Esfahan



Khaju-Brücke über den Zayandeh



Imam-Moschee und Si-o-Seh-Brücke bei Nacht


Heute gabs endlich mal wieder ein landestypisches Gericht (obwohl die spezielle Art Hamburger, die es hier in fast jeder Straße zum Sofortessen und Mitnehmen zu kaufen gibt, auch typisch für den Iran sein dürfte – uns schmeckt sie jedoch nicht sonderlich):

Fereni (Foto): Eine Art Milchreisgries mit Honig und Rosenwasser zum Frühstück - sehr gut, vorausgesetzt man isst gerne süß!
Ash-e reshi: Eine vegetarische Suppe mit Nudeln, Bohnen und einmal Quer durch den iranischen Kräutergarten – etwas gewöhnungsbedürftig, aber auch gut.

Thursday, October 30, 2008

Kashan (2)

29.10.2008

Der Bazar in Kashan ist weniger hektisch und leichter zu erkunden als der in Teheran. Natürlich liegt das auch an seiner Größe, die deutlich geringer ist. Aber auch im Straßenverkehr fällt auf, dass Auto- und Mofa-Fahrer hier ruhiger agieren.



Wir fragten einen Händler, wo man auf das Dach des Bazares kommt. Er führte uns daraufhin gerne durch schmale Gänge und Treppen nach oben. Von hier aus hat man nicht nur einen guten Blick über die Stadt, sondern erkennt auch, dass das Dach aus einem Lehm-Stroh-Gemisch, wie man es auch bei Fachwerkhäusern in Deutschland antreffen kann, gebaut ist.

Kashan ist bekannt für seine großen und aufwendig restaurierten historischen Häuser. Wir haben 4 davon besucht, außerdem ein altes, nicht mehr verwendetes Hamam (Badehaus). Die Häuser sind reichlich verziert, besitzen mehrere Innenhöfe, und sind ein Zeugnis vom Reichtum einzelner Bürger (meist Händler, unter anderem Waffenhändler).

Zum Abschluss der Besichtigungen warfen wir noch einen Blick auf die alte Stadtmauer und zwei großen kegelförmigen Gebäuden (unsere Vermutung: Kornkammer). Diese sind, da auch aus Lehm gebaut, zerflossen wie eine Sandburg nach Regen. Interessant wäre das Alter der Bauwerke gewesen, aber unser Reiseführer schweigt dazu leider. Ich werde nach dem Urlaub versuchen dies zu klären, denn wir haben nicht die geringste Vorstellung darüber (2000 Jahre oder 200 Jahre alt?).

Abends gings mit dem Bus weiter nach Esfahan.

Kashan (1)

28.10.2008


Kurz vor Dämmerung war meine Geduld endgültig erschöpft: Ich schaltete das Licht ein und ging auf Jagt. Die meisten der Mücken waren bereits vollgesogen und hinterliesen rote Flecken an der Wand, wenn das ECOS-Heft sie traf. Danach ging es mir deutlich besser und wir kamen doch noch zu ein paar Stunden Schlaf. Aufgestanden sind wir wegen der Ruhestörung 3 Stunden später als geplant, und so war bereits jetzt klar, das für die Besichtigung des Bazars in Kashan heute nicht mehr genügend Zeit verfügbar sein würde. Daran änderte auch die zügige Fahrt mit Teherans neuer U-Bahn zum Busterminal nichts.


Doch es kam ohnehin anders: Im Bus nach Kashan trafen wir einen freundlichen Iraner, der nicht nur flüssig englisch sprach, sondern auch dabei ist, deutsch zu lernen. Er lud uns zum Mittagessen zu sich nach Hause ein, was wir gerne annahmen. Auch weiterhin war er in seiner Gastfreundschaft kaum zu bremsen, was bis hin zum Übernachtungsangebot führte. Da wir jedoch Besichtigungen im Zentrum der Stadt für den nächsten morgen geplant hatten und nicht zu aufdringlich sein wollten, zogen wir es vor, wiedermal in einem zentral gelegenen, uns angemessenem Ambiente zu nächtigen (5€-Tarif).
Dort wurden wir beim Konsumieren des Willkommen-Tees auf Liegeräder in der „Loby“ aufmerksam. Diese gehörten einem französischen Pärchen, das seit 8 Monaten von Frankreich aus unterwegs ist (krass).

Monday, October 27, 2008

Teheran (2)

27.10.2008

Pünktlich um 9.00 Uhr zur Öffnung des Golestan Palasts standen wir am Ticket Schalter, bereits mit einem Frühstück gestärkt und bereit für den 3-stünden Rundgang durch den Palast, der nun folgte. Das Innere ist mit Ausstellungen und Sammlungen gefüllt, oftmals Geschenke aus Europa an die jeweils regierenden Schah. Einige Säle beeindrucken durch eine unglaubliche Anzahl von Spiegeln, die teilweise große Diamanten imitieren. Außerdem sind die Wände mit für den Orient typischen, bunt bemalten Kacheln dekoriert, die als Mosaike angeordnet sind. Fotos sind jedoch nur vom Äußeren der Anlage gestattet.





Der Nachmittag gehört dem großen Bazar. Ein riesiges Labyrinth von Gängen und Hallen, in denen (unter anderem) Schuhe, Anzüge, Stoffe, Gewürze, Gold-, Bronzeschmuck und natürlich Teppiche angeboten werden. Mitten in diesem geschäftigen Treiben findet man mehrere Moscheen, und nach mehreren Stunden sind unsere Hirne nicht mehr bereit, die vielen Bilder und Eindrücke aufzunehmen. Schluss für heute mit den Besichtigungen, noch ein wenig entspannen. Um 6 Uhr wird es hier wieder stockdunkel sein, so dass es sich lohnt, morgens mit dem Sonnenaufgang aufzustehen.


Teheran (1)

26.10.2008

Gar nicht so einfach, den Kurs des Euros abzulesen (2. Spalte).

Nachdem wir gestern Nacht nach unserer Ankunft um 3:00 Uhr gezwungen waren, möglichst schnell in einem freien Zimmer unterzukommen und der Preis dafür sekundärer Natur war, so sind wir heute, nachdem wir Geld getauscht und gefrühstückt haben, in ein Hotel umgezogen, dass unserem Stand angemessener ist (immerhin geben wir pro Nacht und Person noch 5€ aus *grins*).
Die Hoteliers sind freundlich und hilfsbereit und mit einem Farsi-Englisch-Mischmasch können wir uns gut verständigen. So konnten wir eine Wäscherei ausfindig machen, Briefmarken kaufen und andere organisatorische Dinge erledigen.

Am Nachmittag haben wir das National Jewels Museum besucht: Eine wundervolle und umfangreiche Sammlung verschiedener Edelsteine eingebaut in Schmuckstücke, Kleidung und Waffen der Schahs. Unter anderem zu sehen: der größte unbearbeitete Diamant der Welt und ein 34 kg schwerer Globus aus über 50000 Edelsteinen. Fotografieren war leider nicht gestattet, darum gibt es an dieser Stelle keine Bilder.

Zwischendurch gönnten wir uns meherer Kleinigkeiten zum Essen, oftmals ohne zu wissen, was genau wir da bestellt haben. Besonders gut hat mir der Rote-Beete-Straßenverkauf gefallen, wirklich lecker und billig. Gekniffen haben wir allerdings in dem Restauraunt, in dem Hirn, Beine von Kälbern und ähnliches köchelten.

Sunday, October 26, 2008

Tatvan - Teheran

24.-25.10.2008

Mit ca. 7 Stunden Verspätung erreichen wir Tatvan am Van-See. Hier werden wir noch eine Weile mit Rangierarbeiten unterhalten, deren Ziel für uns nicht nachvollziehbar ist. Aber am Ende des Prozederes fährt uns der Zug bis zur Fähranlegestelle. Und unglaublich, aber wahr: Es stehen gleich zwei Fähren bereit (Bei unserem letzten Aufenthalt am Van-See war nur eine verfügbar, die wir allerdings nie im Hafen gesehen haben). Und wo überqueren wir den See tatsächlich mit dem Schiff! Einziger Makel: Die Sonne ist bereits untergegangen und die Uberfahrt daher nicht so reizvoll wie erhofft. Böse Zungen behaupten, die Fähre würde aufgrund ihres Zustandes nur bei Nacht verkehren. Und ein kurzer Erkundungsgang außerhalb des Schiffs und Blick auf das "Upper deck" bestätigt einen in dieser Annahme.

Auf der anderen Seite des Sees in Van gehts mit dem iranischen Zug weiter. Dieser entpuppt sich als geräumig und sehr angenehm zum Reisen: Keiner der Defekte und Mängel aus dem türkischen Zug treten hier auf, und das Essen im Spiesewagen ist gut und günstig (was man leider vom türkischen nicht behaupten konnte – und das, obwohl ich dem türkischen Essen im Allgemeinen sehr zugetan bin).


Unser Abteil und der Speisewagen im Zug nach Teheran. Alles im Style der 60er, bequem mit hervorragender Beinfreiheit.


Heute (25.11.2008) ist im Iran ein Feiertag (Todestag von Imam Jafar Sadegh, einem der 12 Imame), wodurch wir nicht wie geplant am Bahnhof in Tabriz unser Geld tauschen konnten. Sofort erklärt sich einer der zwei Iraner, die seit Van mit uns das Abteil teilen, bereit, Geld mit uns zu tauschen. Und er legt Wert darauf, dass wir einen gerechten Tauschkurs wählen, damit wir nicht das Gefühl haben, von ihm über den Tisch gezogen worden zu sein. Uberhaupt sind die Iraner, auf die wir bisher trafen, überaus freundlich und hilfsbereit. Und so ist es nur normal, dass wir die Speisen, die wir im Abteil essen, untereinander teilen. Konnten wir bei der ersten Teilstrecke bis Tatvan immerhin noch Obst beisteuern, so werden wir jetzt, wo wir unseren Vorrat bereits aufgebraucht haben, ohne zu zögern eingeladen!



Wie der Zufall will, trafen wir im Zug noch andere Deutsche, die genau wie ich aus Fulda kommen. So klein ist eben die Welt ...
Wir kommen endlich mit einer 7-stündigen Verspätung in Teheran an. Noch ein Hotel suchen und schnell ins Bett!

Fazit zur Zufahrt: Die Reise von Nürnberg nach Teheran führt einen durch unterschiedlichste Gegenden. Es ist erstaunlich, wie sich die Landschaft plötzlich ändern kann, um dann jedoch wieder stundenlang gleich zu bleiben. Auf der Reise kommt man sehr gut mit den anderen Reisenden (nicht nur anderen Touristen) in Kontakt und – da man ja viel Zeit hat – auch ins Gespräch. Schade, das unsere Türkisch- und Farsi-Kenntnisse sich auf die Zahlen beschränken. Denn dadurch blieben uns – da bin ich mir sicher – interessante Gespräche mit den Türken und Iranern verwehrt.
Die Zugfahrt ist insgesamt sehr anstrengend, und neben den vielen Defekten, die uns trafen, empfand ich den verursachten Schlafmangel als ärgerlich. Denn kaum eine Nacht, in der man nicht von Grenzkontrollen, die mindestens paarweise Auftreten (man wird beim Ausreisen geweckt, kann eine Stunde weiter schlafen, und wird dann beim Einreisen wieder geweckt, evtl. noch Zoll und zusätzliche Kontrollen) oder durchs Umsteigen wach gehalten wird.

Istanbul - Tatvan

22.-24.11.2008

Pünktlich um 22.55 Uhr fuhr unser Zug ab. Die Abteilnummern auf unserer Karte sind anscheinend Makulatur, denn jeder setzt sich einfach dahin, wo Platz ist. Da "unsere" Plätze schon besetzt waren, nahmen wir also ein anderes, noch freies Abteil. Im Allgemeinen sollte es keinen Unterschied machen, im Speziellen aber doch:
Das erste was uns auffiel: Das Türschloss war defekt. So ließ sich das Abteil nicht verriegeln, aber die Türe funktionierte ja immerhin. Bald darauf bemerkten wir, dass das Thermometer stetig stieg. Obwohl die Temperaturanzeige tadellos war, lies sich aber leider die Temperaturregelung nicht bedienen. Und die Heizung im Zug arbeitet wirklich hervorragend! So hatten wir auch ziemlich bald 28° C überschritten, als uns nur noch ein Ausweg sinnvoll erschien: Fenster auf! Jedoch lies sich unser Kippfenster nicht permanent öffnen, sondern schloss sofort wieder, sobald man es los lies. Nun, es war eben auch defekt, was zusammen mit der defekten Temperaturregelung eine etwas unglückliche Kombination ergab. Wir hatten eben bei der Abteilwahl nicht so viel Glück. Einziger Trost: Das hohe Piepen der Elektrik vernimmt man im gesamten Zug :)













Die Reise durch Anatolien gibt schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Verständigungsmöglichkeiten im Iran: So können wir uns hier mit fast niemanden mehr auf englisch unterhalten. Ab Kayseri hat sich ein Iraner zu uns ins Abteil gesetzt, und hier kommt zum ersten Mal das Farsi-Kauderwelsch-Buch zum Einsatz. Eine längere Unterhaltung ist nicht möglich, aber wir erfahren (oder zumindest glauben wir, erfahren zu haben), dass ein Großteil seiner Familie in der Türkei lebt, er in zwei Monaten zum ersten mal Vater wird, und er als Gitarrenspieler arbeitet. Außerdem meinte er, dass die Fähre über den Van-See für uns mit der Zugkarte im Preis inbegriffen ist. Wir sind gespannt, besonders da es bereits unser vierter Anlauf ist, über den Van-See mit der Fähre zu kommen. Alle vorherigen scheiterten daran, dass wir auf gut Glück zum Anleger gingen und die Fähre leider nie anzutreffen war (Es gibt keine Fahrplan, sie fährt anscheinend völlig willkürlich).

Wednesday, October 22, 2008

Istanbul (2)

21.-22.10.2008

Im 19. Jahrhundert hat Sultan Abdül den Dolmabahçe-Palast errichten lassen. Dieser kann meiner Meinung nach von außen nicht mit dem Topkapi-Palast mithalten. Allerdings beherbergt er im Inneren die ursprüngliche Einrichtung und man kann sich ein Bild von dem Luxus machen, in dem die Herrscher gelebt haben. Wir haben uns gleich zwei Touren gegönnt: Durch den Palast mit den Empfangshallen und die privaten Gemächer (Harem).


Ein paar Bilder aufgenommen im Palastinneren:




Abends wurde dann der Stadtteil, in dem wir überachteten, von Fußballfans überschwemmt (das Stadion von Fenerbahçe ist ganz in der Nähe von unserem Hotel). Offensichtlich fand ein Spiel statt. Da wir aber bereits bei unserem letzten Aufenthalt in Istanbul das Durby mit Besiktas angesehen haben, beschlossen wir, erst gar nicht zu versuchen, noch Karten für das Spiel zu bekommen. Stattdesssen spielten wir Bagammon und schauten uns das Spiel gegen Arsenal in einer Kneipe an (Enstand: 2-5).

Heute haben wir uns Eyüp angeschaut, ein Stadtviertel nicht ganz so zentral gelegen. Jetzt werden wir uns in den Zug nach Teheran setzen. Daher wirds voraussichtlich erst in drei Tagen wieder eienen Eintrag geben - dann aus dem Iran.

Monday, October 20, 2008

Istanbul (1)

20.10.2008

Die Kontrolle an der Grenze zur Türkei fand nicht wie üblich im Zug, sondern draußen statt. Also hieß es gegen 2:30 Uhr aufstehen, warm anziehen und in die Kälte gehen. Eine gefühlte Stunde später gings dann wieder weiter, und um 11:00 Uhr erreichten wir Istanbul mit einer zweistündigen Verspätung.

Als erstes haben wir die Fahrkarten nach Teheran gelöst (was hier als ganz normal angesehen wird, kein Unverständnis über das Reiseziel - anders als in Deutschland).

Und noch bevor wir ins Hotel sind gabs zum ersten mal wieder Köfte und Kebab aus Hammelfleisch.


Jetzt werden wir uns noch ein bisschen in Istanbul umschauen. Bereits vom Zug aus haben wir bereits den Topkapı-Palast, die blaue Mosche und die Haiga Sofia gesehen, aber wir werden sicher noch einen Zweiten Blick riskieren.




Der Haydarpaşa-Bahnhof auf der asiatischen Seite Istanbuls. Von hier aus wird die Reise am Mittwoch Richtung Teheran weitergehen.