Mit ca. 7 Stunden Verspätung erreichen wir Tatvan am Van-See. Hier werden wir noch eine Weile mit Rangierarbeiten unterhalten, deren Ziel für uns nicht nachvollziehbar ist.
Auf der anderen Seite des Sees in Van gehts mit dem iranischen Zug weiter. Dieser entpuppt sich als geräumig und sehr angenehm zum Reisen: Keiner der Defekte und Mängel aus dem türkischen Zug treten hier auf, und das Essen im Spiesewagen ist gut und günstig (was man leider vom türkischen nicht behaupten konnte – und das, obwohl ich dem türkischen Essen im Allgemeinen sehr zugetan bin).
Unser Abteil und der Speisewagen im Zug nach Teheran. Alles im Style der 60er, bequem mit hervorragender Beinfreiheit.
Heute (25.11.2008) ist im Iran ein Feiertag (Todestag von Imam Jafar Sadegh, einem der 12 Imame), wodurch wir nicht wie geplant am Bahnhof in Tabriz unser Geld tauschen konnten. Sofort erklärt sich einer der zwei Iraner, die seit Van mit uns das Abteil teilen, bereit, Geld mit uns zu tauschen. Und er legt Wert darauf, dass wir einen gerechten Tauschkurs wählen, damit wir nicht das Gefühl haben, von ihm über den Tisch gezogen worden zu sein. Uberhaupt sind die Iraner, auf die wir bisher trafen, überaus freundlich und hilfsbereit. Und so ist es nur normal, dass wir die Speisen, die wir im Abteil essen, untereinander teilen. Konnten wir bei der ersten Teilstrecke bis Tatvan immerhin noch Obst beisteuern, so werden wir jetzt, wo wir unseren Vorrat bereits aufgebraucht haben, ohne zu zögern eingeladen!
Wie der Zufall will, trafen wir im Zug noch andere Deutsche, die genau wie ich aus Fulda kommen. So klein ist eben die Welt ...
Wir kommen endlich mit einer 7-stündigen Verspätung in Teheran an. Noch ein Hotel suchen und schnell ins Bett!
Fazit zur Zufahrt: Die Reise von Nürnberg nach Teheran führt einen durch unterschiedlichste Gegenden. Es ist erstaunlich, wie sich die Landschaft plötzlich ändern kann, um dann jedoch wieder stundenlang gleich zu bleiben. Auf der Reise kommt man sehr gut mit den anderen Reisenden (nicht nur anderen Touristen) in Kontakt und – da man ja viel Zeit hat – auch ins Gespräch. Schade, das unsere Türkisch- und Farsi-Kenntnisse sich auf die Zahlen beschränken. Denn dadurch blieben uns – da bin ich mir sicher – interessante Gespräche mit den Türken und Iranern verwehrt.
Die Zugfahrt ist insgesamt sehr anstrengend, und neben den vielen Defekten, die uns trafen, empfand ich den verursachten Schlafmangel als ärgerlich. Denn kaum eine Nacht, in der man nicht von Grenzkontrollen, die mindestens paarweise Auftreten (man wird beim Ausreisen geweckt, kann eine Stunde weiter schlafen, und wird dann beim Einreisen wieder geweckt, evtl. noch Zoll und zusätzliche Kontrollen) oder durchs Umsteigen wach gehalten wird.
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