Sunday, November 16, 2008

Rückreise

15.11.2008

Zwei Museen wollten noch besucht werden, und natürlich wollten wir auch noch ein paar Kleinigkeiten auf dem Basar kaufen.
Voll bepackt fuhren wir dann eine Stunde mit einem Taxi zum internationalen Flughafen Teherans hinaus, vorbei an dem noch nicht komplett vollendeten Schrein für Imam Komeini.
Der Flug über Bahrain verlief nach Plan und gegen 7:00 betraten wir wieder deutschen Boden. Schön wars im Iran!

Teheran (5)

14.11.2008

Nördlich von Teheran liegt eines der höchsten Skigebiete der Welt. Dieses grenzt direkt an die Stadt an, die immer weiter in die Berge wächst. Wir wollten einen kleinen Spaziergang in diesen Bergen machen, um von dort aus einen Blick über die Stadt zu erlangen.
Wir brachen zeitig auf und liefen mit vielen anderen Iranern in die Berge. Ein Teehaus liegt dort neben dem anderen, und überhaupt hinterließ die Wanderung eher den Eindruck, auf dem Rummelplatz gelandet zu sein. Aber einer bestimmten Höhe änderte sich dies jedoch: Die freizeitlich gekleideten wichen den mit Wanderschuhen und -stöcken ausgerüsteten Alpinisten. Und wir dazwischen, da wir noch glaubten, auf der von uns ausgesuchten kurzen Wanderstrecke zu sein. Dieses Gefühl verließ uns aber spätestens, als wir in den Schnee hinein wanderten. Gegen 14:00 Uhr erreichten wir eine Skihütte mit Lift. Hier stärkten wir uns und mussten dann 2 Stunden für die Abfahrt in den geschlossenen Kabinen anstehen.
Insgesamt wars eine schöne Wanderung, wenn auch nicht in der Länge mit den über 1000 Höhenmetern geplant.

Teheran (4)

13.11.2008

Die Deutschen, die wir im Zug kennen gelernt und in Schiraz wieder getroffen hatten, besuchen momentan ihre in Teheran lebende Mutter. Sie hatten uns ihre Telefonnummer gegeben, und wir setzten uns mit ihnen in Verbindung und trafen uns in deren Wohnung.
Unser Hotelier hatte die Wegbeschreibung telefonisch von ihnen auf farsi aufgenommen, und mit diesem Zettel in der Hand nahen wir ein Taxi. Ungefähr eine Stunde Fahrzeit benötigten wir und wurden an einer Kreuzung herausgelassen. Er deutete in eine Richtung und wir liefen los. Da wir weder den Straßennamen noch die Hausnummer kannten, zeigten wir diesen Zettel anderen Passanten, die uns dann weiter leiteten. Und tatsächlich: Plötzlich rief eine Stimme aus dem zweiten Stock: "Ihr seid doch die Deutschen". Es war der Mann der Mutter, den wir bisher auch noch nicht kannten.
Wir wurden von der Familie mit der typischen persischen Gastfreundschaft aufgenommen, obwohl ja nur ihr Mann ein gebürtiger Perser ist (die Kinder leben inzwischen auch in Deutschland). Es war ein sehr interessanter Besuch, da wir viel über das Leben im Iran während der Revolutionszeit, des Iran-Irak-Krieg und den Wandel unter Präsident Khatami erfuhren. Dazu gab es ein ausgezeichnetes Mittagsessen: Klopse mit Senfsoße und Kartoffeln.
Am Nachmittag waren unsere Gastgeber noch behilflich, [...] zu besorgen. Diese mussten auf dem Basar erst noch geschneidert werden, und in der Zwischenzeit besuchten wir noch den Palast der letzten Schahs.
An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei unseren Gastgebern bedanken: Es war wirklich großartig, ein Gast bei Euch sein zu dürfen. Wir verbrachten mit Euch eine schöne Zeit, und ohne Eure Hilfe hätten wir es nie geschafft, die [...] zu besorgen!

Wednesday, November 12, 2008

Teheran (3)

12.11.2008

Flug von Kerman nach Teheran mit Iran Air. Unsere letzte Station im Iran, der Urlaub neigt sich dem Ende :-/

Rayen

11.11.2008

In Rayen trifft man nicht viele Touristen, so viel steht fest. Daher konnten wir ungestört eine alte, seit 150 Jahren verlassenen, vor 10 Jahren restaurierte Stadtfestung erkunden. Diese setzt sich aus der Stadtmauer, einem Gouverneurspalast, den Wohngebäuden, einem Basar und 15 Türmen zusammen. Von Außen kann man auch noch ihr 1000-jähriges Alter erkennen, Innen wurde leider alles so erneuert, dass es wie neu aussieht. Schade!


Abends waren wir noch in einem alten Badehaus, das jetzt ein Museum mit Wachsfiguren ist.

Kerman (2)

10.11.2008

Endlich haben wir die Zeit gefunden, das "museum of holy defence" zu besuchen. Im Innern befinden sich Kopien von Verträgen, Bilder und Gegenstände, die im wesentlichen den Zweck haben zu belegen, dass a) der Iran (Persien) im laufe der Geschichte sich gegen viele Feinde verteidigen musste und dass b) die Gegner (insbesondere Sadam Hussein) die Aggressoren waren, bzw. c) die eigenen Helden zu ehren. Leider ist nur wenig ins Englische übersetzt worden.
Außerhalb des Gebäudes steht eine Sammlung unterschiedlicher Waffen: vom Gewehr bis hin zum Panzer. Weiterhin gibt es eine Nachbaut eines Teils des Schlachtfelds rund um Basra zur zeit der iranischen Offensive „Karbala V“. Diese ist mit Lautsprechern ausgestattet, um ein möglichst realistisches Gefühl zu vermitteln (erinnerte mich an das Spiel „Battlefield“).

Nachmittags schlenderten wir über den Basar und gingen ins Teehaus. Dort trafen wir Hossein, bei dem wir ja ursprünglich unsere Tour buchen wollten, ihn jedoch nicht erreichen konnten. Im Gespräch fanden wir heraus, dass die Tour bei ihm ein ganzes Stück billiger gewesen wäre. Im Nachhinein habe ich den Eindruck, dass Jalal uns mit dem Argument des guten Wetter nur dazu überreden wollte, gleich zu fahren, damit wir nicht die günstigere Tour bei Hossein buchen. Ja, er ist wohl ein guter Geschäftsmann. Das nächste mal würde ich definitiv die Tour von Hossein wählen (Tipp: vorher per email Kontakt aufnehmen)!

Am Abend hat uns noch ein Taxifahrer angesprochen und mit Fragen über das Leben überschüttet (Was muss ich tun, um ein guter Taxifahrer zu sein? Was oder wer ist Gott? Wie kann ich absolute Sicherheit im Leben erlangen? [...]). Als wir ihn endlich los waren, sind wir ins Hotel. Und eine Stunde später stand er doch tatsächlich vor unserer Tür und hat erneut die gleichen Fragen gestellt. Komischer Typ.

Monday, November 10, 2008

Kaluts

08.-09.11.2008

Wir entschlossen uns, eine Tour zu den Kaluts (5-10 stockwerkhohe so genannte Sandburgen) in der Wüste dash-e-lut zu buchen. Unser Reiseführer nannte dazu zwei Personen, die diese Tour inklusive Übernachtung anbieten: Jalal Mehdizadeh und Hossein Vatani. Wir versuchten unser Glück bei zweitem, der ein Büro in der Nähe des Basars haben soll. Dieses fanden wir nicht, wurden aber von einer Iranerin in ein Teehaus geführt, in dem man offensichtlich beste Chancen hat, ihn anzutreffen. Man (der Besitzer des Teehauses?) deutete uns, hier zu warten. Eine Kanne Tee und einige Folklorelieder später entschlossen wir uns, noch einmal nachzufragen. Daraufhin wurde wieder einige Telefonate geführt und wir letztendlich an Jalal weitergeleitet, da Hossein nicht erreichbar war. Jalals hat jedoch kein, Büro, sondern bat uns, zu seiner Wohnung zu kommen. Diese war sehr schwierig zu finden, da unsere Karte in diesem Gebiet nicht vollständig und der Straßenname nicht eindeutig sind, so dass wir auch dort noch eine Weile herum irrten.
Nach dieser kleinen Odyssee erreichten wir nun endlich eine Person, die Touren anbietet. Da laut Jalal das Wetter momentan ideal sein sollte, buchten wir und fuhren wir sofort los. Die Fahrt führte über einen Pass bzw. durch einen langen Tunnel, und schließlich erreichten wir das heißeste Gebiet der Welt (laut Ausschilderung).
Die Landschaft auf dem Weg dorthin ist bereits sehr reizvoll, aber die Kaluts sind wirklich was besonderes. Dabei ist es weniger die Größe als die Stille, die mich beeindruckt. In diesem Gebiet ist nichts außer dem Wind zu hören: keine Tiere, keine Menschen, und – besonders angenehm – kein (Motoren-)Lärm.


Kaluts: mehrere stockwerkhohe Sandburgen

Nach Sonnenuntergang gings in ein Wüstencamp, in dem wir die einzigen Gäste waren. Dort übernachteten unter freien Himmel. Nachts riss die Wolkendecke auf, die uns entgegen Jalals Aussage bisher begleitet hatte, und gab den Blick auf einen wunderschönen Sternenhimmel frei (jedoch ist auch in dieser Wüste die Lichtverschmutzung mit bloßem Auge bemerkbar; im Sinai war der Sternenhimmel noch detailreicher, die Milchstraße noch deutlicher zu sehen).

Am nächsten Morgen fuhren wir in eine Karawanserei in Shafi Abat. Diese wurde, nachdem das schweren Beben in Bam 2003 die dortigen Gebäude inklusive einer großen Karawanseri zerstört hatte, in aller schnelle als Ersatz "kaputt" restauriert. Diese lieblosen Restaurierungen trifft man leider im Iran recht häufig an.
Unser Fahrer brachte uns noch bis Maham und kehrte nach Kerman zurück. Wir erkundeten alleine diese Stadt, was ich viel angenehmer empfinde, als eine geführte Tour.

Wens mal nach Maham verschlägt: Auf keinen Fall sollte man den dortigen Garten bagh-e shahzde auslassen! Rundherum Wüste, nur dieses Gebiet ist Dank eines Quants (Quelle) begrünt. Der Garten ist jedoch 5km von der nächsten Sehenswürdigkeit entfernt: das Mausoleum aramga-e sha ne'matollah vali. Auf dem Weg dorthin wurden wir von einem Mofa! mitgenommen. Wir wollten zwar ablehnen, aber gegen die Freundlichkeit mancher Iraner ist kein Ankommen, und so fuhren wir die letzten 2km (zu dritt). Noch ein bisschen die Stadt ablaufen, dann gings mit dem Minibus zurück in unser Hotel.

Das schnellste Verkehrsmittel innerhalb der Städte. Wir haben Iraner darauf zu 5 gesehen (2 Erwachsene, 3 Kinder), wir als Anfänger waren immerhin zu dritt unterwegs.

Kerman (1)

07.11.2008

Um 5:30 Uhr mussten wir den „Pförtner“ wecken, damit er uns die Haustüren des Hotels öffnete: Wir hatten uns für den frühen Zug entschieden. Dieser benötigte 8 Stunden bis nach Kerman. Auf dem Weg dorthin sahen wir Wüste mit kleinen, vereinzelten Büschen bewachsen, Wüste mit Steinen und Sand ohne Vegetation, Wüste mit Kamelen, Wüste mit kleinen Siedlungen, ...
Der Bahnhof von Kerman liegt 8 km außerhalb der Stadt, aber wenn man sich ein Taxi teilt (ein Iraner sprach uns an), ist die Fahrt nicht viel teurer als von den am Stadtrand gelegenen Terminals.
Heute ist ja leider wieder Freitag und fast alles geschlossen. Wir versuchten es mit einem Museum: museum of the holy defence. Der Name ist bereits vielversprechend, und das Eingangsgelände führt einen durch eine Märtyrergedenkstädte. Leider sind Museen freitags auch geschlossen, der Besuch wird aber nachgeholt!

Friday, November 7, 2008

Wüstenstädte

06.11.2008

Von Yazd aus kann man eine Rundtour durch verschiedene Wüstenstädte starten. Dazu "gönnten" wir uns ein Taxi (ca. 25€ für 10 Stunden, ein Großteil davon ist für den Fahrer Wartezeit). Wir stoppten ein Taxi mit dem Vorsatz, nur eines zu nehmen, dessen Fahrer auch englisch spricht. Bei zweiten wurde ich jedoch bereits schwach und erklärte ihm unser Vorhaben, d.h. ich nannte ihm die 4 Städte, zu denen wir wollten und gestikulierte einen Kreis für Rundtour. Er willigte ein und wir fuhren los - manchmal kommt man auch ohne Sprache aus.

Erster Stopp: Meybod

Wir hatten lediglich die vier Namen von attraktiven Zielen, keinen Stadt- oder sonstigen Plan, denn eigentlich erwarteten wir einen übersichtlichen Ort und wollten einfach drauflos laufen. Nun war selbst der historische Stadtkern groß, und unsere Ziele nicht gleich zu sehen. Die Sandburg war jedoch schnell gefunden, da sie leicht erhoben über der Stadt thronte. Vor verschlossenen Türen stehend sahen wir einen Iraner auf uns zu eilen, der uns die Pforten öffnete und die Tickets verkaufte. Und das vor neun Uhr, wenn die meisten Sehenswürdigkeiten öffnen – Glück gehabt. Die Burg war schon ziemlich zerlaufen, aber auf jeden Fall den Besuch wert.
Die anderen drei Sehenswürdigkeiten lagen zusammen, nur wo? Nachdem wir eine Weile durch die Stadt geirrt waren, gingen wir in ein öffentliches Gebäude – glauben wir zumindest. Niemand schien dort zu sein und ich wollte bereits weiter gehen, als Dominik eine Frau im Büro ausmachte. Diese versorgte uns mit Kartenmaterial (ungefähr DIN A3 Größe, wir mussten es immer auf- und zurollen) und Postkarten mit Zeichnungen unserer Ziele – natürlich kostenlos für uns planlose Touris, Geld wollte sie einfach nicht annehmen!
Dank ihrer Hilfe fanden wir schnell zu dem alten Posthaus inklusive Museum (nicht so spannend), einer Karawanserei (sah aus wie komplett nach gebaut, voller Tourischops) und einem Eishaus (das ähnelte der vermeintlichen Kornkammer, die wir in Kashan gesehen hatten). Alles in allem waren die drei Attraktionen weniger interessant und aufregend als der Weg dorthin.

Zweiter Stopp: Ardakan

Diese Stadt war auch größer als erwartet. Da wir jedoch keine speziellen Ziele anlaufen wollten, liefen wir einfach ein bisschen durch den historischen Teil der Stadt und stillten unseren Hunger mit Kamelkebap.

Dominik beim Stopp in der Wüste mit "seinem" Auto: einem Paykan

Dritter Stopp: Chak Chak

Ein Wallfahrtsort der Zarathustraer, da hier eine vor den Arabern fliehende Prinzessin mit einem Stock gegen den Felsen schlug und anschließend Wasser daraus hervorquoll (wem kommt die Geschichte nicht bekannt vor?).
Diesmal erwarteten wir eine Stadt, stattdessen fanden wir etliche in den Hang gebaute Hallen, die alle unbewohnt waren. Wir stiegen den Berg hinauf an den seltsamen Gebäuden vorbei und trafen oben den Tempel an. Dort konnten wir auch den Felsen bestaunen - das Wasser fließt noch heute.

Vierter Stopp: Kharanaq

Wir waren uns beide einig: Der Taxifahrer, der schon öfters mal während der Fahrt (also ohne anzuhalten) Mopedfahrer nach dem Weg gefragt hatte, fuhr mit maximaler Geschwindigkeit in die falsche Richtung. Wir nannten ihn nochmal den Zielort, aber er fuhr noch unbeirrt 15km weiter, bevor er dann doch wendete ;-)
Das Ziel selbst war ein fantastischer Abschluss einer tollen Tour: Landschaftlich reizvoll, ein guter Einblick über die Bewässerungsanlagen inklusive einem alten Aquädukt, und eine langsam zerfallende Geisterstadt. Durch diese Lehmgebäude liefen wir, und es war ein ganz besonderes Abenteuer, in den Ruinen der bis zu dreistöckigen Gebäude einen (sicheren) Weg zu finden. Und an jeder Ecke offenbarte sich ein neuer Blick auf die umliegende Gegend, an jeder Ecke wirkte die Ruinenstadt anders.

Yazd (2)

05.11.2008

Die "get-lost-in-yazd-tour" (lonley planet) führte uns einmal durch die Altstadt, vorbei an den üblichen Sehenswürdigkeiten. Der Weg lud wirklich zum Verlaufen ein: verwinkelte, kleine Gassen, die begrenzenden Häuser sind alle aus dem typischen Lehm-Stroh-Gemisch erbaut. Seltsam, aber wir haben den Weg nie wirklich verloren. Im Gegenteil: Wir konnten sogar auf der Tour noch zusätzlich ein Reisebüro finden und unsere Zugfahrt und unseren Inlandsflug buchen.
Eine Besonderheit in Yazd sind die Quants. Diese unterirdischen Kanäle werden gerade so groß gegraben, dass ein Mensch drinnen knien kann. Sie liegen bis zu über 100 Meter unter der Erde und dienen zur Wasserversorgung und Temperaturregelung der Gebäude in der Stadt (teilweise auch noch heute). Überall in der Stadt fanden wir Treppen, die hinunter zu den Wasserstellen führen. Das ganze haben wir uns dann noch im Wassermuseum genauer angeschaut – war leider nur mäßig aufschlussreich.
Amir Chakhmaq Komplex

Wir haben bereits öfter gelesen, dass vor der Islamisierung der Perser durch die Araber eine Religion vorherrschte, die Feuertempel bauen ließ, und deren Zeichen wir bereits in Persepolis sahen. Einen Tempel dieser Religion kann man in Yazd besichtigen, und wir machten uns auf den Weg. Eigentlich hatte ich erwartet, eine Ruine vorzufinden. Um so erstaunter war ich, als mir klar wurde, dass diese Religion noch heute von einer Minderheit praktiziert wird, und im Feuertempel eine Flamme brennen soll, die im Jahre 470 entzündet wurde. Der Name des Begründers der Glaubensrichtung: Zarthosht oder auch Zarathustra genannt.

Yazd (1)

04.11.2008

Auf geht’s nach Yazd! Nach fast 8 Stunden kommen wir um 18:00 Uhr an. Jedoch ist es hier bereits um 17:15 Uhr dunkel, so dass wir nur noch unser Hotel suchen und essen gehen wollen. Mehrere Hotels sind ausgebucht, und unsere vermeintliche Abkürzung durch kleine, verwinkelte Gassen bereitet 2uns schon darauf vor, was uns morgen erwarten wird: die "get-lost-in-yazd-tour" aus unserem Reiseführer lonley planet ...
Zum Essen gabs noch einen Kamelburger, im Restaurant direkt gegenüber der Kamelmetzgerei. Sehr lecker!

Schiraz (2)

03.11.2008

Am Eingang des Basars in Schiraz trafen wir wieder auf die deutschen, die wir im Zug nach Teheran kennen gelernt hatten. Diesmal war auch die Mutter dabei, die seit über 30 Jahren im Iran lebt. Zusammen gingen wir in ein Teehaus, in dem wir endlich mal wieder etwas anderes als Kebap oder Hamburger zu essen bekamen: Dizi, ein Art Eintopf. Die Soße wird abgeschüttet und der Rest kleingestampft, anschließend mit Minze und anderem Grünzeug gegessen (sehr gut und nahrhaft).
Auf dem Weg zum Teehaus durch den Basar hat sich uns einer Iraner angeschlossen, der deutsch spricht. Er bot uns an, die Stadt zu zeigen. Wir nahmen an. Die Führung war zu Beginn der Tour gut, lies dann allerdings etwas nach. Nach zwei Stunden verabschieden wir uns und gingen kurz in Hotel, um dann noch alleine ein bisschen durch die Stadt zu ziehen.

Blick vom Dach einer Koranschule

Innenhof des Fars-Geschichts-Museum

Aramgah-e Shah-e Cheragh (Mausoleum)

Im Innenhof der Jameh-ye Atigh Moschee

Orangen-Garten und Naranjestan-e Ghavam-Pavillion

Monday, November 3, 2008

Persepolis

02.11.2008

Persepolis – die Stadt der Perser. Sie ist im ersten Perserreich aufgebaut worden und diente als zermonieller Ort. Nach der Eroberung durch Alexander dem Großen ist die Stadt abgebrannt und unter Wüstenstaub begraben worden. Heute kann man sich dort ein Bild von der Baukunst der Perser machen.

Wir zogen eine Taxi/Minibus-Kombination einer organisierten Tour vor, um Persepolis von Schiraz aus zu erreichen (60 km). Klappte perfekt, so dass wir bereits vor 9.00 Uhr auf dem Gelände waren. Es muss einmal eine prächtige Stadt gewesen sein, auch wenn heute in der Überzahl nur noch Trümmerfelder und Fundamente vorhanden sind. Beeindruckend gut sind die Reliefs erhalten, die in die Steine geschlagen wurden.





Auf der Rückfahrt hielten wir noch an zwei Orten, an denen die ersten Könige der Perser in Höhlen begraben wurden. Die Eingänge und umliegenden Felsen sind auch mit Reliefs verziert.


Abends haben wir in Schiraz die Karimzitadelle und das Pars-Museum angeschaut. Beides verfügt über einen zur Erholung einladenden Garten mit zahlreichen Zitronenbäumen aus der Zand-Ära, als Schiraz Hauptstadt des dritten Perserreiches war (18 Jhd).

Schiraz (1)

01.11.2008

Heute haben wir noch schnell eine Moschee und einen Palast besichtigt, da diese gestern (Freitag!) geschlossen waren. Anschließend gings 8 Stunden mit dem Bus nach Schiraz. Als wir dort ankamen, hatten wir nur noch Zeit, eine Herberge zu suchen. Nach dem üblichen Zimmercheck entschieden wir uns für das Hotel. Von der Rezeption zurückgekehrt merkten wir jedoch, dass wir nicht alleine waren: Eine kleine Kakerlake krabbelte über ein Kopfkissen. Eine weitere war hinter dem Waschbecken. Wir haben uns dann doch noch einmal umentschieden ;-)
Im zweiten Hotel trafen wir eine Polin, die uns berichtete, dass sie nicht so viel Glück hatte: Sie hat eine Nacht in dem Kakerlakenhotel verbracht. Erst nachts sind ihr die unangenehmen Gäste aufgefallen ...


Ein paar allgemeine Bemerkungen zum Reisen im Iran:

Von Stadt zu Stadt kommen wir mit dem Autobus, Minibus oder mit dem Zug. Dabei ist der Bus in der Regel billiger und schneller, aber das Bahnreisen empfinde ich als viel angenehmer. Leider ist das Schienennetz nicht komplett ausgebaut, so dass wir oft nur den Bus nehmen können.
Innerhalb einer Stadt gibt es die Möglichkeit sich per Taxi, Stadtbus, U-Bahn (momentan nur Teheran) oder zu Fuß zu bewegen. Dabei ist der Bus unschlagbar billig (4 Cent), Taxi am teuersten aber immer noch günstig (ca. 15 Cent/min). Das Taxifahren wird noch günstiger, wenn man es nicht „privat“ nimmt. Dann hält der Taxifahrer auch während der Fahrt zum Zielort an und lädt weitere Passagiere zu.

Da wir uns in einer islamischen Republik befinden, gibt es noch folgendes zu beachten:
In der U-Bahn gibt es vorne und hinten Wagen exklusiv für Frauen. Es ist ihnen jedoch auch gestattet, in den anderen Wagen mitzufahren.
Die Stadtbusse sind in der Mitte durch eine durchgehende Sitzbank geteilt: vorne sitzen die Männer, hinten die Frauen. Frauen in Begleitung von Männern sitzen jedoch bei ihrem Begleiter.
Bei Überlandbussen werden die Sitzplätze so gefüllt, eine Sitzbank (also zwei Plätze) nur von Männern oder nur von Frauen besetzt werden (Ausnahme bilden wieder Familien/Paare).
Im Zug gilt das gleiche für jedes Abteil.