Monday, November 10, 2008

Kaluts

08.-09.11.2008

Wir entschlossen uns, eine Tour zu den Kaluts (5-10 stockwerkhohe so genannte Sandburgen) in der Wüste dash-e-lut zu buchen. Unser Reiseführer nannte dazu zwei Personen, die diese Tour inklusive Übernachtung anbieten: Jalal Mehdizadeh und Hossein Vatani. Wir versuchten unser Glück bei zweitem, der ein Büro in der Nähe des Basars haben soll. Dieses fanden wir nicht, wurden aber von einer Iranerin in ein Teehaus geführt, in dem man offensichtlich beste Chancen hat, ihn anzutreffen. Man (der Besitzer des Teehauses?) deutete uns, hier zu warten. Eine Kanne Tee und einige Folklorelieder später entschlossen wir uns, noch einmal nachzufragen. Daraufhin wurde wieder einige Telefonate geführt und wir letztendlich an Jalal weitergeleitet, da Hossein nicht erreichbar war. Jalals hat jedoch kein, Büro, sondern bat uns, zu seiner Wohnung zu kommen. Diese war sehr schwierig zu finden, da unsere Karte in diesem Gebiet nicht vollständig und der Straßenname nicht eindeutig sind, so dass wir auch dort noch eine Weile herum irrten.
Nach dieser kleinen Odyssee erreichten wir nun endlich eine Person, die Touren anbietet. Da laut Jalal das Wetter momentan ideal sein sollte, buchten wir und fuhren wir sofort los. Die Fahrt führte über einen Pass bzw. durch einen langen Tunnel, und schließlich erreichten wir das heißeste Gebiet der Welt (laut Ausschilderung).
Die Landschaft auf dem Weg dorthin ist bereits sehr reizvoll, aber die Kaluts sind wirklich was besonderes. Dabei ist es weniger die Größe als die Stille, die mich beeindruckt. In diesem Gebiet ist nichts außer dem Wind zu hören: keine Tiere, keine Menschen, und – besonders angenehm – kein (Motoren-)Lärm.


Kaluts: mehrere stockwerkhohe Sandburgen

Nach Sonnenuntergang gings in ein Wüstencamp, in dem wir die einzigen Gäste waren. Dort übernachteten unter freien Himmel. Nachts riss die Wolkendecke auf, die uns entgegen Jalals Aussage bisher begleitet hatte, und gab den Blick auf einen wunderschönen Sternenhimmel frei (jedoch ist auch in dieser Wüste die Lichtverschmutzung mit bloßem Auge bemerkbar; im Sinai war der Sternenhimmel noch detailreicher, die Milchstraße noch deutlicher zu sehen).

Am nächsten Morgen fuhren wir in eine Karawanserei in Shafi Abat. Diese wurde, nachdem das schweren Beben in Bam 2003 die dortigen Gebäude inklusive einer großen Karawanseri zerstört hatte, in aller schnelle als Ersatz "kaputt" restauriert. Diese lieblosen Restaurierungen trifft man leider im Iran recht häufig an.
Unser Fahrer brachte uns noch bis Maham und kehrte nach Kerman zurück. Wir erkundeten alleine diese Stadt, was ich viel angenehmer empfinde, als eine geführte Tour.

Wens mal nach Maham verschlägt: Auf keinen Fall sollte man den dortigen Garten bagh-e shahzde auslassen! Rundherum Wüste, nur dieses Gebiet ist Dank eines Quants (Quelle) begrünt. Der Garten ist jedoch 5km von der nächsten Sehenswürdigkeit entfernt: das Mausoleum aramga-e sha ne'matollah vali. Auf dem Weg dorthin wurden wir von einem Mofa! mitgenommen. Wir wollten zwar ablehnen, aber gegen die Freundlichkeit mancher Iraner ist kein Ankommen, und so fuhren wir die letzten 2km (zu dritt). Noch ein bisschen die Stadt ablaufen, dann gings mit dem Minibus zurück in unser Hotel.

Das schnellste Verkehrsmittel innerhalb der Städte. Wir haben Iraner darauf zu 5 gesehen (2 Erwachsene, 3 Kinder), wir als Anfänger waren immerhin zu dritt unterwegs.

3 comments:

Stefan said...

Moin Christian!!
So, nun komm ich endlich mal dazu, auf deine wirklich eindrucksvollen Schilderungen zu antworten....
Das ist ja der pure Wahnsinn!!!! Schon allein die Fotos....irre!!!
Ich wünsch dir noch viel Spaß und freu mich schon auf die große Fotoshow an Weihnachten, die veranstaltest, oder??????
Pass gut auf dich auf,
deine kleine Schwester!

Stefan said...

ähhhh, ich bin wohl bei blogger noch auf Stefan gemeldet.....
Viele Grüße auch von ihm ;-)

Christian said...

Hallo Schwesterlein,

klar gibts eine Fotoshow, die Frage ist nur wann. Vielleicht bin ich Weihnachten wieder verreist :)

Ich melde mich mal bei dir, wenn ich aus dem Iran zurueck bin!